Herzende

Mein Herz wär gern geblieben

Seltsam, wie sich das anfühlt. Dieses Nichts.


Wie es sich nach nichts anfühlt. Dieses Nichts. Dass es mir egal geworden ist, wie schlecht du mich behandelt hast. Lass es nicht mehr zu, bevor du mich ganz zerbrichst. Das Leben ist zu kurz um sich ständig wegen Nichtigkeiten zu streiten, Streit, der unser „Wir“ vergiftet hat. Schleichend und endgültig. Ich höre sie nicht mehr, höre deine gemeinen, verletzenden Worte nicht mehr, wenn sie angeflogen kommen. So weh, wie sie mir getan haben, So oft, so weh. Sie fliegen an mir vorbei, diese Worte, so wie unsere Hoffnungen, die du hinweg gefegt hast, wieder und immer wieder. Mit deinen Worten.

Muss meinen Weg weiter gehen.

Ohne dich und jetzt.

Habe es versucht. Mit uns, mit dir, doch es geht nicht mehr, zu oft hast du mich zu dir runtergezogen, zu oft hast du mich fühlen lassen, dass es dir schwer fällt, etwas zu fühlen, mich und uns. Hast mich erniedrigt und gedemütigt, um selbst stark zu sein. Wieder und wieder. So lange Zeit. Und ich habe es geschehen lassen. Weil ich hoffte, und weil ich liebte. Du bist gefangen in deiner Welt und hast das Tor zu dir verschlossen, lange bevor ich kam. Ich war nur Gast in deinem Turm. Und durfte nie dein Mitbewohner sein, durfte nie wirklich einen Platz in deinem Herzen bekommen. Nicht einen kleinen, noch so winzigen. Nur für mich. In deinem Herzen.

Deine Angst verletzt zu werden war stärker als die Erkenntnis, dass ich dich nie verletzen würde, dass ich dich liebte so wie du bist. Damit und mit vielen anderen Dingen hast du meine Liebe zu dir zerstört. Hast sie getreten, verhöhnt und benutzt. Hast sie missbraucht. Verbraucht. Diese Liebe. Zu dir. Wolltest es nicht, ich weiß. Doch umso mehr du es nicht wolltest, umso mehr hast du es getan. Kann nichts dafür, dass dein Leben so bitter und grau war und ich kann nichts dafür, dass du mir nicht erlaubt hast, dir diese Bitterkeit und die Schatten deiner vergangenen Zeiten zu nehmen. Sie zu lindern. Sie vergessen zu lassen. Wenigstens ein bisschen.

Nun stehe ich vor dir. Ein letztes Mal.

Schaue in deine Augen, sehe deine Flehen, spüre deine Verzweiflung und es erreicht mich nicht mehr. Will etwas sagen doch kein Wort, das über meine Lippen kommen will. Für dich. Das Atmen fällt mir schwer. So schwer. Seltsam, wie sich dieses nichts mehr fühlen so schmerzend, so weh anfühlen kann. Nein. Wir waren so oft an diesem Punkt, und heute ist einmal zu viel. Es gibt kein Zurück mehr, hab mich entschieden. Hab mich entscheiden müssen. Nach so langer Zeit. Mit dir. So lange Zeit. Ohne dich.

Sprich mit mir, sag verdammt noch mal was du denkst, sag was du fühlst, siehst du nicht, dass mein Herz nach dir schreit? Immer noch? Du wirst nichts sagen. Wie du nie etwas gesagt hast. Stehst da und zitterst. Spüre deinen Schmerz. Spüre sie, diese Liebe. Zu mir. Und die du mir so selten zeigen konntest. Zu selten.

Höre in mich hinein, suche ein Stückchen der verlorenen Hoffnung, suche nach uns, nach diesem du und ich. Kann nichts davon finden. Mein Verstand ist es, der mich aufrecht erhält, der mich so vor dir stehen lässt. Vernunft ist es, die mir sagt, dass es vorbei ist. Mit uns. Dass ich schützen muss, was noch übriggeblieben ist. Von uns. Mich.

Wir sind am Ende unseres gemeinsamen Weges angekommen. Vielleicht werden wir uns eines Tages wiedersehen. Vielleicht werden wir irgendwo, irgendwann noch einmal von Vorne anfangen. Vielleicht werden wir uns niemals mehr begegnen und vielleicht werde ich dieses Vielleicht jetzt ebenso verlassen, wie dich. Dieses verdammte Vielleicht.

Mein Herz wär so gern geblieben.

Bei dir und vielleicht.

 

5 Meinungen zu “Mein Herz wär gern geblieben

  1. Nicht immer sind Herzensentscheidungen die richtigen….wie dein Verstand und die Vernunft dir geraten haben….
    Sehr, sehr plausibel und eindringlich beschrieben, dieser Zwiespalt.

  2. Wäre, wenn – schade, dass es nicht so klappte, wie vom Herzen gewünscht. Aber manchmal siegt die Vernunft. Wahrscheinlich ist das trotz allem die bessere Entscheidung…….

  3. wie unerträglich und schmerzend muss es sein, zu gehen obwohl man noch liebt und geliebt wird. das leben und die liebe sind seltsame nebenwirkungen unseres seins. eindringlich geschrieben!

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