Auf Tour: Buffy Sainte-Marie von Max Pesie
In Hamburg, Berlin und Köln auf Tour in Deutschland
Ab 2. Februar dürfte die schier legendäre wie hochkarätige Ikone der Musikszene in Deutschland nicht nur alte Fans begeistern. Eine Kurzbiografie…
Die mittlerweile fast 69-jährige gebürtige Cree, Folk- und Protestsonglegende Buffy Sainte-Marie, verdiente sich ihre ersten Sporen bereits in den Sechzigern, als man auf ihre kritischen Songs aufmerksam wurde. Als Vollblutindianerin prangerte sie vieles an, was nicht so recht ins Bild vom glorreichen Amerika passen wollte, wofür sie prompt in der Ära Lyndon B. Johnsons wie Richard Nixons aus dem US-Radio verbannt wurde, da ihre Musik es nach Meinung der damaligen Regierungen verdiente, unterdrückt zu werden.
Förmlich zur Hymne der Friedensbewegung geriet aber ihr Protestsong „Universal Soldier“, der vielen eher von Bob Dylan her bekannt sein dürfte, gleichwohl dieses Lied nicht aus Dylans, sondern aus Buffys Feder stammt, wofür sie auch weltweit Beachtung fand, so dass sich nunmehr die Liste der Interpreten ihrer Songs geradezu wie ein „who is who“ der Musikszene ausnimmt:
Chet Atkins, Cher, Neil Diamond, Donovan, Janis Joplin, Kanye West, Phil Ochs, Elvis Presley, Bob Dylan, Joe Cocker, Taj Mahal, Eva Cassidy, Barbra Streisand und wer weiß noch alles…
Neben 18 Alben, drei eigenen TV-Specials, fünf Jahren in der amerikanischen Sesamstraße, Filmrollen (u.a. an der Seite von Pierce Brosnan im Fernsehfilm (The Broken Chain), unzähligen Benefiz-Aktionen und einem Oscar für “Up where we belong” (auch eine Joe Cocker-Version), unterrichtete Buffy Sainte-Marie unter anderem auch digitale Musik als Professorin an diversen US-Colleges, wofür ihre Kunstwerke vom Glenbow Museum in Calgary und vom American-Indian-Arts Museum von Santa Fe aufgenommen wurden.
Doch nicht nur für ihre Protest-Songs, gleichsam für ihr soziales Engagement wie als Lehrerin hat sie m. E. Anerkennung verdient. Letztendlich ebenso für schmerzlich berührende Liebeslieder wie „Until it’s time for you to go“ – (Bis es Zeit ist, für dich, zu geh´n).
Buffy Sainte-Marie ist seit 1998 auch Offizier des „Order of Canada“, eine Auszeichnung, die dem deutschen Bundesverdienstkreuz gleichkommt. Darüber hinaus ist sie Trägerin des Doktortitels in Bildender Kunst, Inhaberin eines Lehrerdiploms und eines in östlicher Philosophie.
Freuen darf man sich nunmehr aber wohl insbesondere darauf, dass Buffy auf ihrer aktuellen Tournee überwiegend ihr jüngstes 18. Album “Running for the drum” vorstellen wird.
Und wer Buffy Sainte-Marie noch nicht kennen sollte, der kann sich einen ihrer aktuellen Songs hier gleich mal reintun:
Ein Video von einem ihrer letzten Auftritte im Juni 2009 gibt es natürlich auch:
YouTube / Auftritt im Juni 2009
Wer aber eher die leiseren Töne mag, der kann hier ebenso auf seine Kosten kommen:
YouTube / Take My Hand For A While
YouTube / Until It´s Time For You To Go
Relativ wenig ist aus Buffys Privatleben bekannt. Allenfalls, dass sie einst mit dem Musiker und Komponisten Jack Nitzsche verheiratet war; der gemeinsam mit ihr und Will Jennings den Oscar für den besten Filmsong „Up where we belong“ (Joe Cocker/Jennifer Warnes) aus dem Film „Ein Offizier und Gentleman“ gewann.
Jack Nitzsche schrieb in den 60er Jahren zahlreiche Arrangements für bekannte Größen wie Phil Spector, The Monkees, Randy Newman, die Rolling Stones, Ike und Tina Turner („River deep, mountain high“), Mink De Ville, den Searchers („Needles And Pins“, auch von den Beatles aufgenommen). Bekannt wurde er außerdem als Pianist von Crazy Horse (die Begleitband Neil Youngs) und erregte zudem Aufsehen durch Filmmusiken, die ihm mehrfach die Oscarnominierung für „Beste Musik und bester Song“ einbrachten. Er war einer der erfolgreichsten Filmkomponisten Hollywoods in den 80er Jahren.
Doch, wie so oft, gab es trotz aller Erfolge Schattenseiten. 1979 geriet er in die Schlagzeilen, als er seine Freundin, die Schauspielerin Carrie Snodgress, mit einer Waffe bedrohte. Zu jenem Zeitpunkt war Nitzsche im größten Tief seiner damaligen Drogenabhängigkeit und kam gerade noch mit einer Bewährungsstrafe davon.
Nitzsche verstarb mit 63 Jahren im August des Jahres 2000 in Los Angeles an einer Lungenentzündung.
Dienstag, 2. Februar 2010 Hamburg,
Mittwoch, 3. Februar 2010 Berlin,
Donnerstag, 4. Februar 2010 Kulturkirche Köln-Nippes

Bildquelle: Wikipedia / Buffy Sainte-Marie played the Peterborough Summer Festival of Lights on June 24, 2009
Link zum Thema: Karten gibt es hier
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Frische Kommentare







01. Februar 2010 um 21:52Uhr
Toll, Max! - Ich wusste nicht, dass sie noch lebt und liebtsingt.
Ich fand dies hier auch immer schön:
http://www.youtube.com/watch?v=H3q79HFjhBg&feature=related