Dunkle Zeiten von manu1608


Dunkle Zeiten~ ~ ~



wenn im Herbst die Blätter fallen
und all das tote Laub auf den Wegen liegt
dann schleicht sie sich ganz langsam an mich heran
diese tiefe Traurigkeit – diese Sehnsucht nach
endgültiger Ruhe – endgültigem Frieden

dann möchte ich mich verkriechen
still weinen – laut schluchzen
schlafen – endlos schlafen
für immer schlafen

doch da bist Du mein Kind
und Du mein Liebster
und Ihr gebt mir Licht und Halt
in dieser dunklen Zeit

und ganz langsam versiegen die Tränen
die Tage werden nach und nach länger und heller
der nahende Frühling vertreibt
wie der Knoblauch den Vampir
die lästige Winterdepression

und wie jedes Mal wünsche ich mir
von ganzem Herzen
sie kehrt niemals zurück

Bildquelle: pixelio / stefan schaffner (dance-photos.de

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8 Kommentare

  1. Fritzi

    Um “dunkle Zeiten” zu erhellen haben wir heute ganz profan elektrisches Licht, immer noch warmlichtig flackernde Kerzen … und allerbestenfalls einen nicht-gleichgültigen Menschen an unserer Seite … oder eben Freunde, irgendwen, der uns mag und uns das auch spontan und ehrlich zeigt … JETZT.
    Wie dem auch immer sei: ich mag schief liegen, aber ich empfand und empfinde es immer noch so, als dass dieses zeitweise Dunkel, wenn man es denn fühlt, bis ins Letzte und bis ins Tiefste verinnerlicht (und eben: NICHT-negiert!) werden muss - um sich dann (wieder und wieder und aufs Neue und …) auf den Frühling zu freuen.
    Und auch, um stückweise Abschied zu nehmen - ehe der endgültige Abschied von uns selbst tatsächlich vor uns steht.

  2. manu1608

    und weil die profane Glühbirne mir nicht ausreicht und das Kerzenlicht zu sehr flackert hab ich mir noch ne Tageslichtlampe zugelegt -:))

    danke Fritzi für Deine Worte - für die geschriebenen und die ungeschriebenen auch…

  3. Herr Beil

    …du weißt, dass ich weiß wie das ist, Manu - und deshalb weißt du auch, wie ich dazu fühle.

    …und es wird nie ein absolutes Vergessen und Verzeihen geben - und immer ein bisschen Suche nach etwas mehr Frieden, ob der Dinge vergangener Zeiten, die einen geprägt haben. Auch wenn der Krieg längst vorbei ist, die Bombensplitter werden immer verteilt auf dem Schlachtfeld liegen bleiben, irgendwie…

    …es ist zwar nicht das selbe, aber wie gut, wie wichtig, dass man diesen gewissen Frieden bei anderen gefunden hat, wenn man ihn den finden konnte und durfte. Nicht wahr?

    Drücker, Micha ^^

  4. manu1608

    ja ich weiß Micha…
    und ja Du hast recht! Meine Oma sagte früher immer : “Wenn Du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her”
    Ich habs belächelt damals…. doch heute weiß ich dieses Licht kommt immer wieder, gerade durch Menschen, die uns begegnen und uns für eine Weile unseres Wegs begleiten.
    Und dafür bin ich sehr dankbar!

  5. Bille

    Und wenn der Tunnel auch noch so lang und dunkel ist, er hat einen Ausgang, es wird wieder hell und die Dunkelheit liegt dann hinter dir.
    Schatten davon bleiben, aber du hast gelernt, sie nicht über dich bestimmen zu lassen. Gut so…
    Die hellen Tage sind in der Überzahl und sollen immer mehr werden. Das wünsche ich dir von Herzen, du bist auf dem richtigen Weg.

  6. Marianne SEB

    Ich weiß, dass jene, die Depression nicht kennen, auch nicht ahnen können, was da ab geht.
    Deshalb maße ich mir auch nicht an, Worte zu finden.
    Denn so wie es unsägliche Sätze gibt, die Hinterbliebene nicht hören wollen, so fürchte ich, gibt es auch Worte, die bei Depression deplaziert sind.

    Ich wünsche von Herzen, dass der Depressive die Dunkelheit nicht bis in letzter Konsequenz zuläßt, sondern Menschen kennt, die ihm Licht schenken, vielleicht sogar ohne Worte, nur alleine, dass sie zuhören.

  7. manu1608

    danke Bille… manchmal nur ist es verdammt schwer so in der Mitte des Tunnels sich zu erinnern, daß am Ende das Licht wartet…

    und ja Marianne Du hast sehr recht - es ist sehr gut, Menschen um sich zu haben, die nicht unbedingt sprechen müssen, dafür aber einfach da sind!

  8. nini

    ich kenne das gefühl der depression an mir selbst nicht und muß sagen, ich danke dem gerrgott auf knien dafür. allerdings habe ich in meiner ehrenamtlichen tätigkeit vor jahren eine junge mutter betreut, welche daran schubweise wie ein hund litt. niemand wollte ihr das abnehmen, am wenigsten ihr hausarzt der sie als versuchskaninchen förmlich mißbrauchte. ständig fand ich neue ärztemuster die die junge frau mal ausflippen oder in die totale apathie führten. dann wurde es mir zu bunt, und ich versuchte mein glück im hiesigen “max plank” institut.
    dort begann man sie erst zu entgiften und über zwei jahre folgte eine therapie, in welcher sie lernte die anzeichen eines möglichen schubs zu erkennen, und rechtzeitig gegenzusteuern.
    heute ist sie in der lage ihrer arbeit wieder nachzugehen. ihr sohn ist ein tolles kind welches ihr ganzer stolz ist, und sie selbst hat den ansporn, viele dinge die sie während der therapie lernte zielstrebig umzusetzen.
    vielleicht ist es ein glücksfall gewesen die richtigen therapeuten zu finden welche einen ernst nahmen.
    dir wünsche ich in jedem fall viel kraft und menschen um dich, die dir zur seite stehen, wenn du glaubst es gäbe am ende des tunnels kein licht.

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