Keine Angst vor Virginia Woolf von Fritzi


Keine Angst vor Virginia Woolf.jpg„Komm einfach vorbei. Du weißt doch: in meiner Schreibstube ist immer Tag der offenen Tür. Du störst mich nicht.“

Noch während ich den Telefonhörer auflege ist mir klar, dass das so nicht stimmt: um ihn nicht zu stören, hätte ich ihn stören können müssen … ich bezweifle, dass das noch jemandem gelingt. Dafür nimmt er niemanden mehr ernst genug - und im Grunde ist „sowieso alles scheißegal“… in diesem Sinn jedenfalls will er sich missverstanden wissen.

Es gibt viele, die Bukowski lesen. Es gibt einige, die ihn sogar verstehen. Aber unter allen, die ihn verinnerlichten, gibt es nur ganz wenige, die ihn auch verkraften.

Er ist nie allein, wenn ich bei ihm auftauche; säuft mit Kunz und schwadroniert mit Hinz; spielt Schach mit X und Poker mit Y … spielt-spielt-spielt - alles, mit allen und jederzeit. Ohne inneren Einsatz; selbst wenn er seine letzten Kröten, die letzte Uhr, all seinen Krimskrams setzt und verliert. Weil er das tut glauben die Meisten, dass ihm Reichtum nichts bedeute - ich glaubte es ihm nie. Im Gegenteil: mir selbst unerklärlich fühlte ich von Anfang an seine seltsame Art der Abhängigkeit von diesem schnellen Geld, den luxuriösen Autos, den wertvollen Ringen, Armbändern und all dem anderen Tand, den er gewinnt und - ohne mit der Wimper zu zucken - wieder verschleudert, verschenkt, verspielt …

Er ist abhängig davon, um all denen, die krämern und sparen, raffen, geiern und horten zu beweisen, wie wenig (nämlich: absolut gar nichts) ihm bedeutet, wofür sie sich verrenken, verbiegen, verkaufen und so - in seinen Augen - lächerlich machen. Er braucht all das, was er selbst als hohl und Rauch und Schall empfindet, um andere Menschen zu testen, in Versuchung zu führen, sie in ihren innersten Zwiespälten zu beobachten, sie seelisch zu entblößen … um dann wieder einmal beruhigt - da sicher - zu sein, dass sie keinerlei gefühlsmäßigen Einsatz verdienen.

Auf dem Couchtisch in seinem Wohnzimmer liegt ein orientalischer Dolch. Die Schneide und der Schaft sind mit wunderschönen arabischen Schriftzeichen graviert. Er liegt immer da. Scheinbar wie zufällig liegt er da. Zwischen überquellenden Aschenbechern, geleerten und noch nicht angebrochenen Rotweinflaschen, dem Kleinen Prinz und Nietzsche. Nietzsche konnte nicht fehlen. Nicht bei ihm. Mein Bild von ihm wäre zusammengefallen wie ein Kartenhaus - und ich bin uralt genug, um nicht mehr unbewusst auf Sand zu bauen.
„Lass uns darum spielen!“ forderte er mich auf, als er in meinem Blick die Bewunderung für diesen Dolch bemerkte.

„Er ist über 100 Euro wert. Aber es genügt, wenn du 10 Mäuse in den Topf schmeißt. Wenn du gewinnst, dann gehört er dir.“

Seine Stimme klang freundlich, aber in seinen Augen begann es zu funkeln und ich wusste, dass er bereits wieder auf der Lauer lag. Apfel - assoziierte ich instinktiv und fühlte ganz sicher, dass ich dieses Spiel bereits in dem Moment verloren hätte, in dem ich mich darauf einließe. „Nein“, sagte ich. „Dieser Tisch ist der einzig richtige Platz für diesen Dolch“ … eine Antwort, die in jenem Moment noch blöder und fader erschienen wäre, ist mir nicht eingefallen; wenn ich heute auch meine, dass die damalige Antwort zwar nicht besonders geistreich erschien, aber instinktiv richtig erkannt war.

Das Messer blieb auf seinem Tisch liegen.
Er fragte nie mehr, ob ich mit ihm pokern wolle.
Er denkt, Spielen mache mir keinen Spaß.
Er hat keine Ahnung.

„Jeder spielt sein Spiel“, behauptete er einmal und sah mir dabei lange in die Augen. Nicht tief genug. So wie das eben ist, wenn einer meint, schon zu wissen, was er da zu sehen bekommen wird - und dann auch nur das sieht. Ich wich seinem Blick nicht aus. Seine Brauen zuckten erwartungsvoll und zugleich spöttisch in die Höhe. So, als würde er denken: „Aha. Jetzt kommt´s.“ Ich sagte ihm nicht, dass ich ihn liebe. Ganz ohne mir auf die Zunge beißen zu müssen. Er pokerte wie immer mit der ihm scheinbar altbekannten Stereotyplichkeit der Menschen, aber ich war für dieses Spiel nicht stereotyp genug. Es stank mir gewaltig, dass er das nicht merkte. Aber ich widerstand der Versuchung, ihm irgendetwas beweisen zu wollen und mich so doch nur - wie von ihm gewünscht - lächerlich vor ihm zu verbiegen und zu verrenken.

Freudlos.

Er spielt freudlos das von ihm vorprogrammierte Frage- und Antwortspiel. Aus Gewohnheit. Wie wenn ein anderer jeden Morgen immer und immer wieder vor der gleichen Haferschleimsuppe sitzt. Teilnahmslos. Ohne noch irgendwelche Überraschungen zu erwarten - oder gar: für möglich zu halten. Ohne sich noch auf den Blechnapf zu konzentrieren. Mechanisch löffelnd. Manchmal würgend. Aber immer wieder. Bis zum Gehtnichtmehr.
Auf nichts ist so sehr Verlass wie auf die Dinge, die sich beständig wiederholen. Das ist das ganze, läppische Geheimnis des Heimatgefühls. Aus Gewohnheit wird Ritual. Rituale lassen sich zelebrieren. Bis zum Nimmerleinstag. Nach ehernen, selbst geschmiedeten oder angerührten Regeln. Auf Wunsch sogar ohne Überraschungsfaktor: Joker raus.

Einige sagen, er sei „halt ein Künstler …“. Viele meinen, er sei ein Säufer, eine verkrachte Existenz, ein Verschwender, ein Versager, lebensuntüchtig, liebesunfähig, verzweifelt …
Er ist nichts von alledem; kokettiert er auch willentlich damit, als das eine oder andere zu erscheinen. Menschen lernt man besser kennen, wenn sie meinen, dass man drei Treppchen unter ihnen steht. Er weiß das. Ich weiß das auch - aber das weiß er nicht.

Es hätte ihm den ganzen Spaß verdorben, wenn diejenigen, die stundenlang in seiner Bude hocken, seine Zigaretten rauchen und seinen Wein aussaufen, nicht hinter seinem Rücken über ihn gelästert hätten und über ihn hergezogen wären: mentaler und seelischer Coitus Interruptus - es hätte ihm die Genugtuung vermasselt, die er empfindet, wenn sie dann 10 Mäuse für ein wertvolles Messer setzen, wenn ihre schwitzenden Hände zitternd die Karten halten und die Gier aus jeder ihrer Poren stinkt. Er hat eine feine Nase. Gerüche sind ihm sehr wichtig. Er riecht die kleingeistige Habsucht sofort. Manchmal wird ihm deswegen immer noch schlecht.

„Ich steh auf Sadomaso“, meinte er einmal.

Ich wunderte mich keineswegs und wusste: er bringt sich gerne zum Würgen - weil es ihm bisher trotz allem immer noch nicht gelungen war, sich diese verflixte Seele aus dem Leib zu kotzen. Nein, er ist kein Versager. Er hat sich ganz einfach ausgeklinkt, den Schalter umgelegt, die Seite ins Dianegativ gewechselt. Jetzt steht er neben sich und schaut sich über die eigene Schulter - während er den anderen ganz offen die gezinkten Karten austeilt, mit denen sie ihm auf die Schliche kommen könnten. Ich wette, dass er immer noch darüber staunen kann, wie vielen schlechten Spielern er begegnet. Ich bin überzeugt, dass er diejenigen mag, die gar nicht daran denken, dass Karten auch gefälscht sein könnten, und die nicht bemerken, dass hinter ihm einer steht. Wahrscheinlich sind sie diejenigen, die er gewinnen lässt. Den anderen - jenen, die so tun, als könnten sie den Schatten sehen, obwohl der den Raum längst verlassen hat und in Ruhe anderswo seine eigene Pulle säuft - schenkt er nur ein spöttisches Lächeln; vielleicht auch einmal einen Sieg - wenn sie ihn amüsiert haben.

Die Arroganten … lässt er ins offen auf dem Tisch liegende Messer laufen.

Weder er noch ich spielen Skat. Wir können uns nicht reizen. Trotzdem wartet er darauf, früher oder später von mir angemacht zu werden. Sex ohne Liebe ist wie Liebe ohne Sex oder das Gefühl beim Anblick von auf dem Meer treibenden Plastiktüten. Die treiben auch immer nur an der Oberfläche. Er würde dennoch alles mitmachen, wozu ich bereit wäre. Aber es muss nicht sein, wenn ich schon vorher weiß, wie es abliefe: zuerst würde er versuchen, den verschriemelten Augenaufschlag eines Yorkshireterriers in seinen Blick zu projizieren; dann käme die Nummer mit dem Glotz - näher -Glotzglotz - nähernäher - Kuss. Als einer, der die Kriegerische-Emanzen-Welle überlebt hat, würde er mich sehr ausführlich streicheln - dann wieder küssen, ausziehen, ein bisschen hier, dann ein bisschen da herum schrauben, des Geplänkels langsam müde werden, in die Endgerade einbiegen - und im Ziel auslaufen.
Ich läge neben oder unter ihm, würde auf ihm sitzen, vor ihm stehen oder … nein! Vor ihm knien nicht! - und in der Luft hängend daran denken, dass ein alter Freund aus Bayern Yorkshireterrier einmal als typische Muschilecker einsamer Damen bezeichnet hatte. Wahrscheinlich müsste Frau dann irgendetwas sagen wie: „Du, du warst echt geil“, und Mann sähe sich genötigt etwas von „Du bist so süß“, oder „Es war wahnsinnig schön mit dir“ zu brabbeln - um dann das neben dem Sofa bereitliegende Messer zu ergreifen und eine weitere Kerbe in das maltraktierte Couchtischchen zu ritzen.

Als moderne, komplexfreie Menschen würden wir - natürlich völlig nackt, aber nicht deshalb frierend - noch eine Zeit lang auf der Matratze, dem Sofa oder dem Teppich liegen, total cool warmluftig-intellektuelle Sätze ablassen, dann unsere Kleider auseinander sortieren, uns anziehen und verabschieden, uns dabei gegenseitig beteuern wie super es war … und uns selten oder nie wieder sehen. Doch. Ich weiß im Voraus, wie es mit ihm wäre. Haferschleimig. Seelenlos. Sinnlos. Wir würden genau das typische Spiel spielen, von dem er immer noch meint, vorgeben zu müssen, dass er es genieße. - Aber wir würden es durchziehen. Alle beide. Bis zum schalen Ende. The game must go on - deswegen wartet er darauf, dass ich ihn anmache. Obwohl ich kein Skat spiele.

„Manchmal bin ich Gott“, behauptete er mit dem Gesichtsausdruck einer fetten Spinne, die darauf wartet, dass die naiv summbrummherumsurrende Fliege sich unbedarft auf den gespannten Seilen nieder ließe. Ich zweifelte keinen Moment daran, dass er tatsächlich manchmal Gott ist. Ich war dem Alten einige Male begegnet und die beiden haben tatsächlich so einiges gemeinsam - im selben Maß unfassbar sind sie allemal. Lassen sich nie sehen, aus Angst, erkannt zu werden; ziehen hinter Rauchschwaden ihre Fäden … doch ob die sich verheddern oder nicht verfangen, das ist ihnen letztlich egal. Sie spielen eben.

Nein. „Versager“ sind sie nicht - nur göttliche Bluffer.

Ich hätte die Karten lieber offen auf den Tisch gelegt. Rien ne va plus.

„Du vertraust mir nicht“, stellte er irgendwann fest und ich antwortete: „Stimmt.“
Vielleicht waren das die einzigen ehrlichen Worte, die wir jemals gewechselt hatten. Vielleicht. Denn auch sie waren schon wieder getürkt. Es stimmt nicht, dass ich ihm nicht vertraue. Ihm schon - aber dem Spieler, dem nicht … und da fast ausschließlich der auf dem Parkett erscheint, das ihm die Welt bedeutet, misstraue ich ihm nur allermeistens.

Unvorhersehbar, nach einer bestimmten der unzähligen Flaschen Rotwein, rutschte es ihm heraus: „wenn er Sie, seine „Göttin der Nebel“, hätte halten können … dann“ … Was er - der allem Götzentum abhold erscheint - in dieser von weißen Schleiern verhüllten Frau Gott sieht, das fühlte ich ebenso wie meine Operationsnarben bei Wetterumschwung. Aus dem Stegreif hätte ich ihm vorbeten können, was er mit dieser Ikone neben seine verstaubten 68er-memories an den Nagel gehängt hatte. Aber ich schwieg. Ich konnte mir vorstellen, wie viele sich durch diese scheinbar gedankenlos hingeworfenen Worte dazu bemüßigt gefühlt hatten, ihm als die Realcopy seiner Schleierträume zu erscheinen. Die Kerben im Tischchen zeugten davon.

Nebelbilderbuchgöttinnen können nicht sprechen. Aber er kann sich ihre Gedanken vorstellen - so, wie er sie sich wünscht. Sie haben Schleier vor den Augen. Sie sind keine Spiegel. Sie sind perfekt. Versalzen keine Suppen, verderben keinen Haferschleimbrei; leiden nicht an premenstrualen Hysterieanfällen und wollen nicht ständig hören, dass er sie liebt; müssen weder in schwülen Augustnächten, noch während der Live-Übertragung eines entscheidenden Spiels des eigenen Fußballvereins gevögelt werden; legen die Zahnpastatube nicht auf den Platz seiner Hämorrhoidensalbe … und überhaupt: sie schweben störungsfrei und wunschlos glücklich (besser gesagt: nur mit dem Wunsch, ihn glücklich zu sehen) um ihn herum und sind somit die verbesserte Version des längst ausgelaufenen Modells Liebende Ehefrau 50/60.
Das ideale Gegenstück zu seinem Alter-Ego. Was will er mehr?!

Auch ich meine manchmal in irgendeinem Rausch, „eine Göttin“ - dem Himmel nahe - zu sein.
Deswegen weiß ich: andere Göttinnen vom Sockel zu stoßen kann verdammt heavy sein oder werden. Meistens bringt es überhaupt gar nichts. Göttinnen sind nicht clonbar - in vielen Jahren liebgewonnene Idole und Ideale ebenso schwer zu verpflanzen wie alte Bäume - und ich bin willentlich keine edle Rebe, die sich auf wild und frei wuchernden Wein aufpfropfen ließe.
Ich bin Unkraut. Ich will Unkraut sein - deswegen bin ich Gott begegnet, der nährt, was weder sät noch erntet, und dem die im Geist Armen die Allerliebsten sind.

„Wir sind wie Yin&Yang“, habe ich ihm einmal, alle Spielregeln brechend, in einem unkontrollierten Anflug unpässlicher Ehrlichkeit gesagt. Er tat höflich so als ob, aber er hatte es nicht verstanden - und ich hütete mich, es ihm zu erklären. Er fragt nie nach, um eventuelle Missverständnisse aufzuklären. Missverständnisse gibt es für ihn nicht, weil er eben manchmal Gott ist. Gott sieht und weiß alles. Schon im Voraus - und so sage ich ihm schamlos genau das, was er im Grunde von mir und allen anderen Menschen nur hören will.

„Im Grunde“ - denn dort hat er Angst. Angst, noch jemals dem Untypischen zu begegnen.

„Ich habe keine Angst vor dem Tod“, sagt er. „Wenn ich sehe, dass das Ganze keinen Spaß mehr macht, dann schieß ich mir eine Kugel in den Kopf und Schlussis.“ Auch diese Szene hat er vermutlich schon mindestens ebenso oft durchgespielt, wie er sich wohl tatsächlich mit diesem Gedanken und dessen realer Durchführung beschäftigt hatte. Ich verziehe keine Miene.
„Um mich herum hat das Große Sterben begonnen“, setzt er noch einen drauf. „Na und? Zwei Schritte weiter ist es seit jeher im Gange.“ Nun schweigt er. Dann: „Ich habe Krebs. In ein paar Monaten ist alles vorbei … “ Ich greife langsam nach meinem Weinglas und schlucke.

„… aber nachdem ich das jetzt ein Mal gesagt habe, will ich darüber auch nicht mehr reden.“
„Gut“, sage ich. „Dann will ich davon aber auch nichts mehr hören.“

„Du hast dich gut im Griff“, wundert er sich, als ich selbst nach der hicksten Flasche noch nicht vom Hocker plumpse. „Ja“, entgegne ich - und dann geht mir doch eine Träne durch die Lappen. Abschiednehmen ist selten leicht; aber besonders nicht von den Menschen, die sich ihr ganzes Leben lang mutwillig der geballten Hoffnungslosigkeit des Daseins aussetzten, um halbseidene Pinkthinker zu provozieren und ihnen die unrealistisch-euphorisch eingefärbten Scheuklappen von den Augen zu reißen. - Es ist schwer bei den Menschen, bei denen man trotz aller scheinbaren Hoffnungslosigkeit wusste, letztendlich nicht umsonst zu hoffen … schien jenen selbst die Hoffnung auch schon lange vergangen zu sein.

Eine Träne - Gründe zum Heulen gibt es für Frauen ja angeblich immer und genug. Es fällt mir nicht schwer, diesen Tropfen unauffällig in irgendeinem frustexistenziellen Blabla versickern zu lassen. Kindheitstrauma macht sich immer gut. Er steht auf sowas. Es ist ihm bekannt. Haferschleimtechnisch. Es ist wunderbar typisch und somit ungefährlich - und ich gebe es ihm.
Er glaubt es mir. Fast glaube ich es mir auch.

Da klopft mir meine Alter-Ega auf die Schulter und sagt leise:

„Mädel - du bluffst wirklich gar nicht so schlecht …“

Bildquelle: © Fritzi

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7 Kommentare

  1. Herr Beil

    Fritzi, das ist brilliant erzählt - ich kanns gar nicht beschreiben, wie sehr ich in die Story eingetaucht bin - wie ein Kurzfilm in s/w und Erzählstimme aus dem off. Respekt und danke für diesen Lesegenuss mit Gänsehaut-Wehmut-Faktor!

  2. manu1608

    welch eine Sprache!
    Klasse!

  3. Griffel

    weiß nicht ganz warum, aber ich war urplötzlich “in heimatlichen gefilden”.
    die aufbröselung der erkenntnisse, das realitätsnahe sezierung des gegenübers, das aus vertrautheit gewonnene wissen, die einsicht der erzählenden, die scheinbare unmöglichkeit, jemals die dinge verbessern zu können… die offenheit….
    anfänglich dachte ich, es wäre zu umfangreich, zu detailverliebt… es ist kein wort zuviel - prima!

  4. Archimboldo

    Und wieder einmal las ich die Geschichte, die mir noch besser vorkam, als beim ersten Mal, obwohl offensichtlich nichts daran geändert wurde…

    Doch habe ich berechtigte Furcht vor “Virginia Woolf”, denn es handelt sich dabei um eine Einstellung, eine Verstrickung, aus der es kaum ein Entkommen und keine Lösung gibt.
    Das Spiel mit dem Spiel auf der Meta-Ebene kenne ich nur zu gut und das droht sich schnell zu verselbständigen, macht süchtig und löst nicht die Konstellationen, in denen es entstanden ist.
    Bei mir führte der erfolgreiche Versuch, meinen Vater an Weihnachten bei Familienspielen gewinnen zu lassen (um den Pseudo-Frieden zu erhalten) dazu, dass mir der Spaß am richtigen Spiel vergangen ist - und das lässt sich auch nicht mehr zurückdrehen!

  5. Gummibroetchen

    Fritzi schafft es immer, mich zu beeindrucken. Und ich glaube, obwohl ich literarisch nicht soviel drauf hab, (kenne weder Bukowski noch das Stück “Wer hat Angst…”), glaube ich wenigstens etwas vom Text verstanden zu haben. Geht es darum, dass man, um selbst “oben” zu sein, das “Unten” braucht?
    Sich sozusagen auf Kosten des Hässlichen verschönt, auf Kosten des Unreinen rein da steht? Und natürlich auf Kosten der Dummen klug?
    Sonst hab ich alles missverstaden;-)

  6. FeinStaub

    nur wer schon mal mit einem kater auf einem muffigen teppichboden aufwacht und sich mit einer hand hochstemmt, während zwischen den fingern abgestandenes bier hervorquilt, kann den protagonisten dieses beitrages oder gar Bukowski „verinnerlichen“ UND „verkraften“…oder so :twisted:

  7. Fritzi

    Baby/Feinstaub … nicht, was DU denkst … oder doch? “Oder so …” …

    (Ich habe übrigens KEINE Katzenallergie - und wenn sich das mit dem “abgestanden” im Zuge weiterer Forschungen und Entwicklungen noch korrigieren liesse, wäre ich durchaus an so einer Direkt-Zapfstelle an irgendwelchen Akren interessiert.)

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